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MATTHIAS DORNFELD

Cox Organge

November 30, 2019 - January 5, 2020

Press release in German:

Matthias Dornfeld malt vor allem Blumensträusse, Porträts und Tiere. Es sind „einfache“, historisch tradierte Malmotive, schon fast klischeehaft. Die Bilder wirken farbig und mitunter grell. Oft ist im Zusammenhang mit Dornfelds Malerei von Kindermalerei die Rede. Nicht selten hört man von Betrachtern, die das erste Mal seine Bilder sehen: „Was soll denn das?“. Und mit dieser Frage sind wir im Kern der Arbeiten von Matthias Dornfeld. Denn seine Arbeiten sollen und müssen nichts. Sie verfolgen keinen unmittelbaren Zweck, sie sind weder als Dekorationsobjekte gedacht noch als Propagandaträger für politische oder gesellschaftliche Botschaften. Insbesondere sind es nicht nur die fertig gemalten Bilder, die bei Dornfeld relevant sind - bedeutend sind der malerische Prozess und der Ansatz, die dahinter stehen. Die Bilder sind in diesem Sinne Spurenträger, sie dokumentieren die malerische Herangehensweise und die Reflexion über die Malerei.

Für Matthias Dornfeld ist es wichtig, frei und unmittelbar arbeiten zu können. Deutlich kommt zum Ausdruck, dass er seine Malerei nicht auf einen Sockel stellen, sie überhöhen möchte. Im Gegenteil, Dornfeld holt die Malerei runter „vom hohen Ross“, einerseits durch malerische und zum Teil auch räumliche Interventionen, aber vor allem auch mit viel Humor, der in seinen Arbeiten durchdringt. Die Malerei von Dornfeld ist intensiv und expressiv und spielt mit Grenzüberschreitungen. Ersichtlich ist, dass keine billigen Lösungen akzeptiert werden. Tendiert ein Bild zu stark in ein Wohlfühl-Gleichgewicht, wird dies durch eine neue malerische Setzung gebrochen.
 

Fragen werfen die bereits erwähnten Malmotive von Matthias Dornfeld auf. Es ist nicht erkennbar, dass sie in die eine oder andere Richtung gelesen werden können. Es scheint fast, als ob diese Motive bedeutungslos sind. Die Figuration in den Bildern somit nur vorgegaukelt ist, so etwas wie eine „simulierte Figuration“, die als Anlass und Ausrede dafür dient, dass Matthias Dornfeld malen kann. Und malen will Matthias Dornfeld, möglichst frei. Was jedoch im gegenwärtigen Kunst-Mainstream schon fast anachronistisch wirkt. Es ist aber genau dieser Anachronismus - oder präziser gesagt die Lossagung von Zwängen und gesellschaftlichen Imperativen - der in den Arbeiten zum Ausdruck kommt. Die Arbeiten sind frei und individuell, haben ihre eigene, reflektierte Geschichte. Das macht die Arbeiten anders und stark.

Matthias Dornfeld hat an der Münchner Akademie der Künste studiert und war 2014/2015 Gastprofessor daselbst. Seine Arbeiten wurden international in zahlreichen Einzelausstellungen gezeigt, unter anderem im Neuen Aachener Kunstverein; bei Soy Capitan, Berlin; Ben Kaufmann, Berlin und München; Jahn & Jahn, München; Bruce Haines, London; Harris Lieberman, New York; Rowley Kennerk, Chicago und Blanket in Vancouver. Waldburger Wouters in Brüssel hat die Arbeiten von Matthias Dornfeld bereits in drei Einzelausstellungen präsentiert (2010, 2012, 2014) sowie an der Armory Show in New York (2017). Die Ausstellung mit Matthias Dornfeld im bürobasel ist die erste Einzelausstellung in der Schweiz.

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